Leo Staigle

Kubus, 2025

Acryl auf Leinwand

80 x 100 cm

Nukleus, 2025

Acryl auf Leinwand

80 x 100 cm

Der schwarze Fluss, 2026

Acryl auf Leinwand

135 x 90 cm

Wasserloch, 2023

Acryl auf Leinwand

120 x 200 cm

Der Künstler

Schönheit liegt immer hinter einem Berg.

Ich suche nach vielen Dingen. Bessergesagt suche ich nach allem, was sich meiner aktuellen Kenntnis entzieht. So schaffe ich mir einen immerwährenden Antrieb, hinter den nächsten Berg zu sehen. Das Unbekannte, dazu zähle ich auch das Schöne, denn es gibt weniges worüber ich immer weniger weiß, je mehr ich es erforsche. Nichts ist für mich verwaschener, als das Attribut „schön“, das entsteht, indem ein Gefühl durch die Membran zwischen Hirn und Sprache gepresst wird. Die Dinge sind meiner Ansicht nach nicht selbst schön, sondern nur in unserem Kopf. Wenn man Schönheit sucht, dann also dort.

Durch meine Arbeit mit dem Medium Farbe durch das Medium Pinsel auf dem Trägermedium begebe ich mich auf die Suche nach Bildern meiner erlebten inneren Räume. Wenn ich mich frage, warum gerade Malerei, denn man könnte in jedem denkbaren Medium mit dieser Thematik nachgehen, so komme ich zu dem Schluss, dass mir durch sie ein Denkprozess eröffnet wird, der sich jeder linguistischen Beeinträchtigung entzieht. Malerei eröffnet mir eine Denkwelt, die mich zu Bildern und damit zu Raumvorstellungen führt, die mir sonst verschlossen blieben. Katalysiert durch meinen Arbeitsprozess begebe ich mich auf innerbildweltliche Denkreisen und komme schlussendlich an Zielen in Bildern an, von denen ich zu Beginn keine Kenntnis besaß. Ich versuche, während des Malens immer wieder intuitiv und impulsiv voranzuschreiten und nach und nach ein mir Fremdes entstehen lassen.

Dieses Bild wird von allen Perzipienten subjektiv verarbeitet. Gefiltert durch Ihr denken, schaffen Betrachter aus meinen Bildwelten weitere eigene Denk- und Bildräume. Diese lassen sich linguistisch kaum austauschen, was bedeutet, ich bekomme keinen direkten Zugang zu Ihnen. Jedoch bereichern sie das Landschafts- und Raumgefüge meiner Arbeit pro Betrachter um eine Vorstellung. Mir gefällt, dass die Bilder bei jeder Betrachtung größer werden, da sie bewusst oder unbewusst zu allen Seiten weitergedacht werden. Ich habe dazu abschließend die Idee und den Antrieb, dass jedes neue Bild zwischen all meinen anderen Bildern den Platz unerforschter Teile des in mir existierenden Bildraums einfängt. Ich reise von Bild zu Bild und suche dazwischen nach neuen Bergen, hinter die es sich lohnt, zu blicken.

Ausstellungen

Seit 2017 nationale Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen.

Vita

2019 BA Industrial Design HS Pforzheim

2021 MA Creative Direction HS Pforzheim

*01.06.1991, Tübingen, lebt/arbeitet in Tübingen.

 

“Next Mile”

Förderpreis der Rolf-Scheuermann-Stiftung 2021

für herausragende Leistungen im Studium